70 Prozent!

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70 Prozent!

Ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz ist von Atheisten und Agnostikern besetzt. Ganz D-A-CH? Nein: Ein kleines Häuflein von Christen hält weiter an der alten, ja ver-alteten Religion fest, gegen alle Vernunft. Aber ihre Zahl wird täglich kleiner.

Logo von #70ProzentSo ungefähr könnte man meinen, wenn man insbesondere auf Twitter Diskussionen zum Thema Kirche und Religion verfolgt: Kirche, das ist von gestern, für Leute von gestern. Dabei sprechen die reinen Zahlen eine ganz andere Sprache: Wenn man Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammenzählt, kommt man auf über 70 Prozent, die einer christlichen Kirche angehören! Natürlich wissen wir auch: Nicht jeder, der einer Kirche angehört, fühlt sich wirklich als Christ. Und umgekehrt ist nicht jeder, der sich als Christ fühlt, Mitglied einer Kirche. Aber es ist die einzige Zahl, die halbwegs verlässlich ist – und sie ist erstaunlich hoch.

Auf dem Relicamp vom 11.-13. Mai haben wir uns in einer Session Gedanken dazu gemacht, wie wir positiv und einladend dieses Bewusstsein schärfen können: Wir sind viele! Wir sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft und haben auch wirklich Gutes dazu beizutragen! Wir wollen zeigen: Es ist gut, dazu zu gehören. Und wir haben gute Gründe dafür.

An diesem Abend entstand die Aktion #70Prozent. Während die Bayern gegen Dortmund eine ziemlich schwache zweite Halbzeit hinlegten, versuchten wir trotz fehlendem WLAN irgendwie eine Online-Vernetzung unseres Teams auf die Beine zu stellen. Irgendwann verstreuten wir uns in unsere Hotelzimmer – mit WLAN! Bis spät in die Nacht diskutierten wir, planten wir, arbeiteten an Formulierungen, während Maria Herrmann (tomatedesign) am Logo feilte und die Website stylte.  Am nächsten Morgen war alles fertig. Wir auch. Puh.

Nun laden wir alle ein, selbst zu überlegen: Warum gehöre ich gerne dazu? Was ist so schön daran, dabei zu sein? Wir wollen nicht die anderen „klein“ machen. Aber zeigen, dass wir viele sind. Viel mehr, als wir selber schon dachten. Wir wollen auch uns nicht klein machen lassen. Wir wollen über die positiven Seiten von Glauben und Kirche reden. Mut machen. Menschen bestärken.

Im Moment geht das nur über Twitter: Alle Tweets, die mit dem Hashtag #70prozent versehen werden, erscheinen auf unserer neuen Website www.70prozent.org, die noch in der Nacht von Samstag auf Sonntag online gegangen ist. Der erste Tweet des Accounts @70Prozent_org wurde am Ende des Twittergottesdienstes beim Relicamp gesendet. Und viele haben schon reagiert. Weitere Beteiligungsmöglichkeiten sind in Vorbereitung – Facebook? Direkt auf der Website? Gebt uns noch ein paar Tage Zeit dafür. Wir „Gründungsmitglieder“ sind gespannt auf eure Beiträge!

Kommentare

Gespeichert von Herr Lobra am/um

„Aber es ist die einzige Zahl, die halbwegs verlässlich ist – und sie ist erstaunlich hoch.“Nein, das stimmt beileibe nicht. Und die Höhe kommt nur dadurch zustande, dass Österreich und die Schweiz dazugezählt werden.> Die beiden großen Kirchen machen heute insgesamt noch 58% der Deutschen aus. Dazu gehören auch Religionsunmündige (Kinder unter 14 Jahren) und Zwangskonfessionalisierte, die ihre Arbeit verlören wenn sie austreten.> Zudem würde knapp die Hälfte der Kirchenmitglieder austreten wenn sie wüsste, dass sich die Kirchen kaum bis überhaupt nicht an mildtätigen Zwecken beteiligen.> Eine Umfrage von 1989 ergab, dass lediglich 30,8% der Katholiken und 21,6% der Protestanten ihr jeweiliges Glaubensbekenntnis vollumfänglich annehmen. Angesichts der Tatsache, dass die Neuen Bundesländer in dieser Statistik noch nicht vertreten waren und der Trend der letzten Jahre deutlich mehr Kirchenaustritte bezeugte, muss diese Studie – auf heute bezogen – als beschönigt bezeichnet werden.> 1990 waren es noch 72,3% der Deutschen, die den großen Kirchen angehörten; 2003 waren es nur noch 62,6%.

Gespeichert von Skydaddy am/um

Darf man fragen, wie Ihr auf 70 Prozent kommt?

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