Filmspaltung
Filmspaltung
Es ist ein Phänomen. Ein Film, der die Christenheit, ja die Menschheit spaltet wie kaum ein anderer. Die einen lehnen ihn grundsätzlich ab als Blasphemie, ein Sakrileg höchsten Grades. Die anderen haben ihn schon zum hundertsten Mal gesehen und können einfach nicht genug davon kriegen.
Es ist ein Phänomen. Es ist der bisher einzige Film, den ich weitgehend auswendig kannte, bevor ich ihn das erste Mal gesehen hatte. Jeder einzelne Satz ist ein Zitat. Und wehe, einer fängt an – dann wird kreuz und quer durch den Film zitiert, bis alle Beteiligten vor Lachen nicht mehr können.
Ja, da könnte ich noch stundenlang weitermachen. Ich gehöre zur Fraktion derer, die diesen Film einfach klasse finden (und zur relativ kleinen Gruppe derer, die die UFO-Szene mit zu den allerbesten des Films zählen, aber das nur ganz am Rande)
Der Gruppe der Fans ist natürlich schon lange klar, von welchem Film ich rede. In ihren Köpfen spielen gerade Hunderte weiterer Zitate Karussell. Ja, genau: „Das Leben des Brian“ von der genialen englischen Komikertruppe Monty Python.
Kurz gesagt: Ich finde nicht, dass dieser Film ein Sakrileg ist. Mal abgesehen davon, dass schon die erste Szene sehr deutlich klar macht: Dies ist kein Jesusfilm, sondern ein Film über einen Menschen, der zufällig am gleichen Tag wie Jesus in einem Stall ein paar Straßen weiter geboren wurde. Leider bleibt für Brian kein Gold, Weihrauch und Myrrhe, denn die drei Weisen nehmen es wieder mit. („Hey! Hey! Geschenkt ist geschenkt! Wiederholen ist gestohlen!“ - „Halt die Backen.“)
Der Film ist nicht nur kein Sakrileg – ich glaube, er ist sehr wichtig für den christlichen Glauben. Für mich gehört nämlich ganz wesentlich dazu, auch mal über sich selbst lachen zu können. Über die eigene Beschränktheit. Darüber, wie irrsinnig manche Entwicklungen sein können (man denke nur an die erste „Kirchenspaltung“ zwischen den Anhängern der Heiligen Flasche und denen der Sandale, wobei eine der beiden „Gruppen“ ja eher weniger Erfolg hatte).
Im Mittelalter gab es angeblich ja wirklich Diskussionen darüber, ob Jesus überhaupt jemals gelacht hat. Schließlich trug er gewissermaßen das ganze Leid der Welt auf seinen Schultern. Ich glaube: Ja. Wie soll jemand, der nicht lachen kann, die Welt erlösen? Ich bin mir ziemlich sicher: Auch Gott hat eine Menge Humor. Einen ziemlich schrägen Humor sogar. Manche Ereignisse in meinem Leben kann ich mir anders kaum erklären...
Darum: Dieser Film ist extrem wichtig für den christlichen Glauben. Er hilft, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Er hilft, manche kleinliche Streiterei über irgendwelche Dogmen genau als das zu entlarven: Kleinliche Streitereien. Gott, so glaube ich, ist größer als das. Da steht er doch locker drüber.
So, ich geh dann mal die Stelle auswendig lernen „Mal abgesehen von sanitären Einrichtungen, der Medizin, dem Schulwesen, Wein, der öffentlichen Ordnung, der Bewässerung, Straßen, der Wasseraufbereitung und der allgemeinen Krankenkassen, was, frage ich euch, haben die Römer JE für uns getan?“ (Antwort: Den Frieden gebracht! - „Ach, Frieden! Halt die Klappe!“)
Shalom dann. Tschüß, Servus, Ciao. Habt Spaß am Leben! Es ist ein Geschenk Gottes. Always look on the bright side of life.

Kommentare
Spaltungen...
Es gibt noch eine weitere Spaltung der Menschheit, die ich im Blogeintrag nicht erwähnt habe, um ihn mehr auf das zu konzentrieren, was ich eigentlich sagen wollte: Es gibt Menschen, die finden den Humor von Monty Python einfach genial - andere verstehen ihn überhaupt nicht bzw. können ihm nichts abgewinnen. Keine Wertung, einfach eine Feststellung. :-)
Jeder nur ein Kreuz !
Ich liebe diesen Film auch... :-)
Scheingefechte...
In der Tat regen sich viele immer noch über diesen uralten Film auf. Anlass für diesen Blogeintrag war, dass ich wirklich gefragt wurde, ob man das Leben des Brian als Christ gut finden darf.Dass es viel drängendere Probleme gibt - das wird dann gerne übersehen.
Der Film mag genial sein oder
Der Film mag genial sein oder auch nicht, dazu habe ich ehrlich gesagt keine Meinung. Nun denn, keine Meinung ist auch eine Meinung, selbst wenn man den Film höchstens mal im Schnelldurchlauf überflogen hat, so wie ich. Ich finde aber: Er wirkt auf mich einschläfernd - wohl der Grund weshalb ich ihn nie ganz gesehen habe und folgedessen keine Meinung dazu habe.LG Muda
Viel größere Sakrilege
Also ich persönlich finde den Streifen immens gut! Und ich bin auch noch nie der Meinung gewesen, dass der Film in irgendeiner Weise kritisch gegenüber religiösen Themen wirken soll. Selbst wenn, die Guten sind ja Brian und seine Volksfront von Judäa :)Ich finde es ehrlich gesagt aber auch bezeichnend, wenn man sich als Christ Gedanken über die Lasterhaftigkeit eines, mit verlaub, uralten Films machen muss. Bleibt man in der "Kunst", dann haben wir in unseren Tagen genug blasphemische Ausschreitungen, über die man diskutieren könnte. Beispielsweise das unsägliche Titanic-Cover von vor einigen Wochen. Aber eines ist ja hoffentlich klar: Als Christenmensch muss man die uA im GG festgeschriebenen Menschenrecht achten. Dazu gehört auch die Freiheit der Kunst. Und solange man über die Auslegen eines Kunstwerkes als Sakrileg (oder eben nicht) mit guten Argumenten streiten kann, muss es wohl oder übel auch erlaubt sein.Das größte Sakrileg unserer Zeit ist in meinen Augen ein ganz anderes. Es sind jene Meinungsführer, Volksvertreter und Machtinhaber, die den Schild des Christentums vor sich hertragen und über ihr Wirken aufspannen, obgleich schon längst grundlegend christliche Werte anderen weichen mussten; beispielsweise dem Mammon. Überspitzt formuliert möchte ich behaupten, dass das "C" im Namen der Unionspartein von Zeit zu Zeitd den Charakter eines Sakrileges haben könnte...
Not the Messiah
Der Eintrag ist gar nicht so unaktuell wie man denkt - denn vor knapp einem Monat kam eine neue DVD von den Pythons raus. Ein Livemitschnitt aus der Royal Albert Hall von "Not the Messiah - he's a very naughty boy". Es ist ein - festhalten - Oratorium! Basierend auf "Life of Brian" aber mit einigen neuen Szenen und eher aus der Sichtweise von Mandy, Brians Mutter. Also ich mags. :-)
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