stilvoll glauben
10.09.2014 - 18:14 Heiko Kuschel

Ein Gläschen für den Pfarrer

Oh je oh je. Da macht man mal ein paar Wochen Pause, und was passiert? Man verpasst den für alle Pfarrerinnen und Pfarrer weltweit wichtigsten Tag: Gestern war offenbar der „Buy your priest a beer day“. Kaufen Sie Ihrem Pfarrer mal ein Bier. Na wenn das mal nichts ist!
Ja genau: Wir Pfarrerinnen und Pfarrer sind schließlich auch Menschen. Und freuen uns, wenn wir mal Anerkennung für unsere Arbeit bekommen, die über das „schöne Predigt“ hinausgeht. Gegenseitige Wertschätzung motiviert. Die Arbeit geht gleich ganz anders weiter, wenn mal jemand mit einer kleinen Aufmerksamkeit ankommt. Und manchmal hilft so ein Gläschen auch durchaus, beispielsweise eine kleine Predigtschreibblockade aufzulösen.

Es muss ja nicht unbedingt ein Bier sein. Ich erinnere mich an ein kleines Programm aus meiner lang vergangenen Zeit mit einem mittlerweile vorsintflutlich anmutenden Computer namens Amiga. Dort gab es ein kleines Spaßprogramm, das die Strecke, die die Computermaus im Lauf ihres Lebens zurückgelegt hat, in Metern, Abständen zum Mond und noch irgendwas anzeigte. Dieses Programm war offiziell Schnitzelware: Wer es benutzte, sollte dem Programmautor den Gegenwert eines Wiener Schnitzels zukommen lassen. Ich gebe zu, hab ich nie gemacht, weil damals die Überweisungen nach Österreich noch etwas komplizierter waren.

Ein Pfarrer als Schnitzelware? Ach, notfalls nehmen wir auch das. Es geht ja gar nicht so sehr darum, was es gibt. Sondern um die Geste. Egal, ob Schnitzel, Bier oder – mir sowieso viel lieber – ein Gläschen Wein. (Sollte sich jetzt jemand angesprochen fühlen: bitte einen weißen. Am liebsten Silvaner. Danke.)

In meinem Heimartort Gochsheim, in dem ich lange Jahre Pfarrer war, sind wir ja schon nahe dran. Solange ich hier aktiv im Dienst war und mich auf der Gochsheimer Kirchweih an den „Promi-Tisch“ zum Bürgermeister und den Gemeinderäten setzte, war der Wein kostenlos. Bier ist hier nicht so gerne gesehen, auch wenn es am Rand der Kirchweih durchaus verkauft wird. Und weil wir uns gerade in der Woche zwischen Kirchweih und „Nachkirchweih“ (die feiern hier zwei Wochenenden, genau) befinden, konnte ich ja schlecht am Pfarrer-Bier-Tag – also genau.
Ich finde das eine schöne Idee. Und sie muss ja nicht auf Pfarrer/innen beschränkt bleiben. Machen Sie doch einfach mal jemandem, den Sie schätzen, eine kleine Freude. Prost!

 

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