Beet it - mein englischer Garten
22.04.2014 - 16:47 Anette Schweizer

Gut geerdet

Wer heute die bekannteste Internet-Suchmaschine benutzt, dem wünscht ein Zimtkolibri auf der Startseite einen schönen Tag. Einen schönen „Tag der Erde“, um genau zu sein. Wer Zimtkolibris nicht mag, kann ihn sich auch von einem Jemenchamäleon, einem Japanmakak, einem Mistkäfer, einem Kugelfisch oder einer Ohrenqualle wünschen lassen. Denn der ist heute, der Tag der Erde.

Gemeint ist der Earth Day, der seit 1970 in den USA und seit 1990 international am 22. April begangen wird. Er wurde ausgerufen, um die Menschen für mehr Umweltbewusstsein zu sensibilisieren und unser Konsumverhalten zu überdenken. Er soll uns daran erinnern, dass wir schonend mit der Natur umgehen und die natürlichen Ressourcen schätzen sollten.

In diesem Sinne möchte ich den Tag der Erde mal wörtlich nehmen und daran erinnern, dass ohne Erde weder in unseren Gärten noch auf Balkonen irgendetwas wächst. Grund genug, diese Grundlage (die sie ja für uns alle, besonders aber für uns Hobbygärtner im wahrsten Sinne des Wortes ist) pfleglich zu behandeln. Dazu gehört:

  • Schon beim Pflanzen darauf achten, dass Pflanzen mit besonderen Ansprüchen an das Substrat dieses auch bekommen. Mit anderen Worten: Setzen Sie Pflanzen, die z.B. einen sauren Boden brauchen (z.B. Erika, Rhododendren, Blaubeeren etc.) nicht in alkalische Erde und umgekehrt. Wenn die Erde am Standort nicht für eine bestimmte Pflanze geeignet ist, wird sich diese nicht wohlfühlen. Die Bedingungen lassen sich zwar etwas verbessern, indem man entsprechendes Substrat beim Einpflanzen mit eingräbt, aber nach einer Weile wird sich diese auswaschen, sodass der Effekt mit der Zeit verschwindet. Lieber ein Testset kaufen und mit den gegebenen Bedingungen arbeiten (also z.B. eine andere Pflanze wählen, wenn der Boden nicht geeignet ist) statt gegen sie.
  • Auf chemischen Dünger verzichten. Die Bodenqualität kann nachhaltiger verbessert werden, indem man natürliche „Zutaten“ verwendet. Hierzu zählen: Kompost, Mist, Rindenmulch, Asche (in Maßen, und nur von verbranntem Holz, nichts anderem), Laub (im Herbst liegen lassen, das füttert auch die für den Boden so wichtigen Würmer). Chemischer Dünger wäscht sich dagegen sehr schnell aus.
  • Nur sehr schwere Böden mit schlechtem Wasserabzug müssen regelmäßig umgegraben werden. Bei den anderen wird durch zu intensives Umgraben dagegen das sensible Gleichgewicht in diesem Mikrokosmos gestört. Deshalb lieber die oben erwähnten „Zutaten“ (Kompost, Mist, Laub) nicht in die Erde einarbeiten, sondern nur darauf verteilen. Um den Rest kümmern sich dann die Würmer.
  • Beim Kauf von Blumenerde darauf achten, dass dieses torffrei ist, denn der Abbau von Torf zerstört unwiederbringlich einen einzigartigen Lebensraum.

Wenn alle Hobbygärtner diese Maßnahmen beachten, ist quasi jeder Tag im Garten ein Tag der Erde. Nicht nur für Zimtkolibris, Ohrenquallen oder Mistkäfer, sondern auch für Amseln, Frösche, Hummeln und Veilchen. Und für uns Menschen.

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